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"Was den Protagonisten der inneren Sicherheit vorschwebt, ist die Wiederkehr eines autoritären Staates, der durch Disziplinierung und Repression politisch definierte Normen durchsetzt"

kunstplatz matzleinsdorferplatz

ort: matzleinsdorferplatz | 23.+24.+25. september 05

Vom Ring zum Gürtel – sozusagen vom Zentrum zu einer Peripherie – gelangen wir vom Karlsplatz zum Matzleinsdorferplatz. An der Grenze zwischen dem fünften und dem, historisch immer wieder gefährlich gezeichneten, zehnten Wiener Gemeindebezirk, liegt der Matzleinsdorferplatz – ehedem ein schmucker Vorort, heute mitsamt Südtirolerplatz und Südbahnhof an einer Tangente gelegen, welcher wenig Sympathie und viel Schmutziges zur Charakterisierung zuteil wird. Wir empfinden ihn – Falter hin oder her – als schön.

Zwischen dem 23. und dem 25. September 2005 wird der Matzleinsdorferplatz Ort sein für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Themen von Schmutz, Schund, Dreck oder Sauberkeit im Kontext von wiener und österreichischer Politik. Im Nachdenken über das Verhältnis von Zentrum und Peripherie lassen sich ästhetische wie politische Grundmuster eines kapitalistischen Systems erklärbar machen. So bedingt - wenn wir eine einfach Formel bedienen - die Sauberkeit den Dreck, wie Reichtum Armut produziert. Eine Umverteilung des Drecks sollte angedacht werden.

An diesen drei Tagen wird der Matzleinsdorferplatz raumgebend sein für Filme, für eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Checkpoint Matzleinsdorferplatzes, für musikalische Installationen – ein Fest - und für performativen Aktionismus. Des weiteren stellen am 23. und am 24. September ReferentInnen in kurzen Beiträgen Themenfelder von Überwachung, Graffiti, Repression, kritischer Kunst, feministischer Raumaneignung oder von Rassismus zur Diskussion. Und die Methode: Der Matzleinsdorferplatz als Baustelle, unsere Baustelle!

Matz ab!